Die gesetzliche Rentenversicherung fordert weiteres Opfer

Frankfurt, 15.02.2050

Ein Streit mehrerer obdachloser Rentner eskalierte am späten gestrigen Abend im Grüneburgpark, als ein 73 Jahre alter Mann von einer Meute älterer Menschen angegriffen und getötet wurde. Wie die überlebende Ehefrau des Mannes fassungslos berichtet, seien sie und ihr Mann auf dem Weg zu einer Einlösestelle gewesen, um eine größere Menge von Pfandflaschen einzulösen, die sie über Monate gesammelt und versteckt hatten. Das Ehepaar hatte in einem sicheren Unterschlupf auf den Einbruch der Nacht gewartet, um herumstreunenden Gruppen anderer Älterer zu entgehen. Kurz nachdem sie sich aus der Deckung ihrer selbst gegrabenen Höhle gewagt hatten und versuchten, über eine der Betonbarrikaden des Parks zu klettern, muss sich eine der Flaschen aus ihrer Halterung gelöst haben. Das klirrende Geräusch alarmierte eine in der Nähe befindliche Gruppe Älterer, die nach Essensresten Ausschau hielten. Wie die Frau geschockt berichtet, hatten sie und ihr Mann noch in Panik versucht zu flüchten. Michael schrie noch: „Lauf Melanie, lauf und versteck Dich!“ Panisch sei sie so schnell wie möglich den Weg entlanggelaufen und habe sich hinter einem Gebüsch versteckt. Ihr an Osteoporose leidender Mann hatte keine Chance. Innerhalb weniger Sekunden hatten ihn die Verfolger eingeholt. Hilflos musste die arme Frau aus ihrem Versteck heraus mit ansehen, wie ihr Mann überwältigt wurde.

Der Vorfall erregte ebenfalls die Aufmerksamkeit der Bundesregierung. Kanzlerin Herkel sprach ihr tiefes Bedauern aus: „Dies ist ein tragischer Vorfall. Wir, die Bundesregierung, werden alles tun, um für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen, damit so etwas Schreckliches nie wieder passieren wird. In Gedanken sind wir bei der Familie des Opfers“.

Dies ist eine weitere Tragödie in einer langen Reihe von Todesfällen im Frankfurter Grüneburgpark. Allein im letzten Jahr kamen mehr als 1000 ältere Menschen in ganz Deutschland bei ähnlichen Vorfällen ums Leben. Die Zahl obdachloser Älterer hat sich den letzten Jahren vervielfacht. Nicht wenige Menschen machen angeblich falsche Versprechungen in Rentenbescheiden verantwortlich. In ihrer Rede zur Nation machte Kanzlerin Herkel klar: „Es ist äußerst bedauerlich, dass Vorgängerregierungen versäumt haben, die Menschen besser über die Rentenproblematik und die Notwendigkeit privater Altersvorsorge aufzuklären. Um die Menschen besser unterstützen und mehr Versorgungsstellen für Ältere einzurichten zu können, haben wir entschieden, den Spitzensteuersatz im nächsten Jahr auf 70% zu erhöhen“.

Dein Rentenbescheid

Eine rein fiktive Erzählung, werden die meisten denken, Science Fiktion, nicht mehr. Die Wahrheit über unsere Rentenzukunft? Sie liegt fein säuberlich verstaut, so wie wir Deutschen das mögen, ordentlich gelocht und abgelegt, korrekt gefaltet, direkt neben Dir im Schrank.

Jeder von uns, der mindestens 27 Jahre alt ist und mindestens 5 Jahre lang gearbeitet hat, erhält jährlich einen Brief von der Deutschen Rentenversicherung. Darin enthalten ist ein Schreiben mit dem Titel „Ihre Renteninformation“. Im Text steht, wann die Regelaltersrente beginnt. Bei mir ist das der 01.02.2050. Darunter stehen drei Zahlen auf der rechten Seite:

  • Rente wegen voller Erwerbsminderung
  • Ihre bislang erreichte Rentenanwartschaft
  • die zu erwartende Rente zum Renteneintrittstermin ohne Rentenanpassungen

Der relevante Wert ist der dritte. Wird man nicht krank oder geht vorzeitig in Rente, sondern arbeitet bis zum „bitteren“ Ende, erhält man diesen Betrag ab dem Renteneintrittstag monatlich von der Deutschen Rentenversicherung. Der Wert liegt unter dem jetzigen Nettobetrag, aber sieht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Im Absatz Rentenanpassung (4), also der Prozentsatz um den der Rentenanspruch jährlich erhöht wird, werden zwei weitere Beträge genannt, eine Rente bei einem jährlichen Anpassungssatz von 1% und das gleiche bei einem Anpassungssatz von 2%. Beim Anblick dieser beiden Werte steigt dem ein oder anderen Leser gerade ein leichtes Lächeln ins Gesicht. Von diesem Geld kann man doch gut leben, oder nicht?   

   

Das Kleingedruckte

Doch wie so oft im Leben steht die Wahrheit leider im Kleingedruckten, denn sämtliche dieser Werte wurden „ohne Berücksichtigung des Kaufpreisverlustes“ ermittelt. Genauer wird darauf auf der Rückseite des Bescheides eingegangen unter (6) auf dem Bild. Dort wird beispielhaft beschrieben, dass bei einer Inflationsrate von 1,5% im Jahr 2050 heutige 100 EUR nur noch 63 EUR wert sein werden. Das bedeutet, dass man 100 EUR zwar erhält, aber davon nur noch Dinge kaufen kann zum heutigen Wert von 63 EUR. Wenn ich 10 EUR habe und ein Brot heute 1 EUR kostet, kann ich mir heute 10 Brote davon kaufen. Kostet ein Brot in Zukunft aber 10 EUR, werde ich mir nur noch 1 leisten können. Das nennt man Inflation. Um tatsächlich zu wissen, wieviel die eigene Rente tatsächlich in Zukunft wert sein wird, muss man leider selbst aktiv werden, den Taschenrechner oder Excel zur Hand nehmen, und es sich selbständig ausrechnen.

Dazu ein Beispiel: Angenommen auf deinem jetzigen Bescheid stehen 1800 EUR (dritte Zahl) und wir nehmen an, dass es eine jährliche Rentenanpassung von 1% p.a. geben wird, wobei diese Zahl, wie es auch im Rentenbescheid heißt, völlig unsicher ist: „die Höhe der zukünftigen Rentenanpassungen kann nicht verlässlich vorhergesehen werden“. Es könnte auch überhaupt keine Anpassungen geben oder nur sehr geringe. Gehst du, so wie ich, im Jahr 2050 in Rente, dann erhältst du mit einer 1% Rentenanpassung p.a. somit 2450 EUR. Unter Berücksichtigung von annahmeweise 3% durchschnittlicher Inflationsrate sind dies real aber nur 953 EUR in 31 Jahren. Ich habe 3% gewählt, weil dies nach einer aktuellen Studie von Credit Suisse die durchschnittliche weltweite Inflationsrate über die letzten 100 Jahre war.

Geschockt? Könntest du davon deine Miete noch bezahlen?

Halt, wir sind noch nicht fertig, denn dein Rentenbescheid ist brutto. Zusätzlich müssen wir noch Steuern und Sozialabgaben abziehen müssen. Nehmen wir vereinfacht eine Steuerrate von 20% an, also eine etwas höhere Rate als heute, wobei die Raten sehr stark von den persönlichen Umständen und der Rentenhöhe abhängen, daher vereinfacht. Klar ist aber, dass die Steuersätze auch für Rentner weiter steigen müssen, denn der Anteil der Rentner an der Bevölkerung nimmt zu und irgendwoher müssen die Steuereinnahmen kommen. Zusätzlich müssen Rentner Krankenkassenbeiträge und Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Auch diese werden in den nächsten 31 Jahren weiter ansteigen. Wenn wir von 15% an Sozialausgaben im Jahr 2050 ausgehen, dann bleiben netto nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben nur noch 619 EUR übrig.

Zum Vergleich, der heutige Hartz 4 Regelsatz beträgt 442 EUR und Miete, Stromkosten werden zusätzlich vom Staat übernommen.

Das bedeutet, dass unser Beispielrentner weniger Geld zur Verfügung hätte als ein Hartz 4 Empfänger heute!

Was tun?!

Der ein oder andere von euch wünscht sich wahrscheinlich, diesen Beitrag nie gelesen zu haben oder die Erinnerung daran auszulöschen zu können und es tut mir Leid, euch die Wahrheit so direkt ins Gesicht sagen zu müssen. Wer diese Seite nun schließt und sich dafür entscheidet, das Thema einfach weiter zu ignorieren, dem kann ich nur raten, tu das nicht.

Mach lieber einen weiteren Schritt, auch wenn es hart ist, nimm deinen Ordner aus dem Schrank, öffne den Reiter Rentenversicherung und nimm deinen eigenen Rentenbescheid heraus und rechne es Dir selbst aus.

Unten kannst Du Dir kostenlos meinen Rentenrechner herunterladen! Einfach anmelden!

Trage dort deine Rentenwerte ein. Spiel herum mit den Annahmen, diese sind nicht in Stein gegossen, sondern nur Annahmen und schon kleine Änderungen haben über 30 Jahre einen erheblichen Einfluss. Die Inflationsrate könnte beispielsweise in Zukunft noch viel höher sein als die angenommenen 3%. Auf der anderen Seite könnte auch die Anpassungsrate der Rentenversicherung höher liegen, wie es in den letzten Jahren der Fall war oder man könnte den Steuersatz oder die Sozialversicherungssatz anpassen.

Was ich jedoch während meiner Jahre im Job und als Investor gelernt habe ist: sei lieber konservativ, wenn es um Risiken geht und gehe besser vom schlimmsten Fall aus. Sie selbst, wie hoch deine reale Rente sein könnte. Es ist wichtig, dass man das einmal wirklich mit eigenen Augen gesehen hat, ansonsten realisiert man es einfach nicht.

Was letztlich zählt und hoffentlich auch klar geworden ist: in 30 Jahren wird unsere Rente kaum noch etwas wert sein. Der Rentenbescheid in deiner Hand ist eine Farce, eine von Konjunktiven durchzogene Mogelpackung, die verschleiern soll und das offensichtlich auch erfolgreich tut, wie es wirklich um unsere Rente steht. Mit Absicht wird ein nicht um Inflation, Steuern und Sozialabgaben bereinigter Wert dargestellt, sondern einer, der auf den ersten Blick gut aussieht und die Menschen beruhigen soll.

Die Lösung

Bevor Du dir jetzt frustriert deine Bettdecke über den Kopf ziehst und Dich dazu entscheidest, das Bett nie wieder zu verlassen, sage ich Dir, es gibt Lösungen! Es liegt in deinen eigenen Händen, ein Schicksal als armer Rentner abzuwenden. Fang an, dir deine eigene Rente aufzubauen, indem du dein Geld sparst und lernst, wie man es investiert. Du wirst staunen, was mit Aktien möglich ist. Genau zu diesem Zweck habe ich diesen Blog gegründet, um Dir dabei zu helfen, Dir selbst zu helfen.

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